Anschlussunterbringung von Geflüchteten

Jahr: 2016Wohnfläche: 155 m²
Ort: 71159 MötzingenNutzfläche: 40 m²
Status: realisiertUmbauter Raum: 804 m³
Anzahl Bewohner: 14Fotos: Roland Sigwart Photographie

Neubau einer Anschlussunterbringung für Geflüchtete, der trotz Kostendrucks und starker Einschränkung durch das Bebauen einer Baulücke im Ortskern eine ästhetische und nachhaltige Funktion erfüllt. Insgesamt können 14 Geflüchtete im Gebäude untergebracht werden.

Ausgangspunkt

Da im gesamten Ort keine freien Wohnungen mehr zur Verfügung standen, wurde eine Baulücke im Ortskern beplant, die sonst aufgrund starker Einschränkungen für eine gewöhnliche Bebauung keine Verwendung gefunden hätte. Das Bauprojekt wurde bezüglich Grenzbebauung und Baulasten in enger Abstimmung mit der Baurechtsbehörde realisiert.

Konzeption

Der Entwurf des Baukörpers sieht eine kleine Einheit für maximal 14 Bewohner vor. Es wird bewusst eine Integration in den Ort beabsichtigt, die mit einer Unterbringung außerhalb des Ortes nicht gegeben wäre. Das Projekt ist insoweit zukunftsorientiert umgesetzt worden, dass ein- bis vier-Personen-Wohnungen durch das „Schalten“ einzelner Zimmer hergestellt werden können, um flexibel auf Anforderungen reagieren zu können. Außerdem ist eine spätere Nutzung als Sozialwohnungen angedacht.

Umsetzung

Da die Vorgabe war, ein kostengünstiges Gebäude zu erstellen, wurde mit einfachen und robusten aber trotzdem ansprechenden Oberflächen, wie z.B. der Brettschichtholzdecke, gearbeitet. Der Neubau wurde mit vorgefertigten Holzmodulelementen errichtet. Das Bauen mit diesen Elementen bietet eine schnelle Bauweise, da ein hoher Vorfertigungsgrad gegeben ist. Einfache Sichtbetontreppen und Podeste im Außenbereich wurden integriert. Auch die einfache Gebäudehülle wurde trotz beschränkter Mittel ansprechend mit Versätzen der Putzebenen und Farbe gestaltet.
Zudem wurde ein energieeffizientes auf die Nutzung abgestimmtes Heizungs- und Lüftungskonzept entwickelt. Eine Gasbrennwerttherme wurde eingebaut, die einen geringen Platzbedarf hat und den im Verhältnis zur Gesamtheizlast hohen Warmwasserbedarf am effektivsten abdeckt. Zusätzlich wurde eine Wohnraumlüftung mit Einzellüftern integriert, da die Erfahrung zeigt, dass den Nutzern die hiesige Lüftungsproblematik nicht immer bekannt ist.
Die geplant kurze Bauzeit wurde trotz hoher Handwerkerauslastung und Ferienzeit exakt eingehalten.