Bar-Lounge mit Stil

Jahr: 2013Status: realisiert
Ort: 72202 NagoldFotos: Karl Huber Fotodesign

Die längste Theke in Nagold befindet sich nun in einem aus dem Jahre 1706 stammenden, umgebauten Schulhaus. Kurz vor Jahresabschluss wurde der Umbau des Fachwerkgebäudes fertiggestellt und die FETAH Bar-Lounge in ausgesuchtem Kreis eröffnet.

Innenarchitektur

Die Bar wurde von 60 qm auf 75 qm erweitert. Die Flächen wurden im Grundriss klar gegliedert, wodurch verschiedene Zonen wie Lounge, Sitz- und Stehbereich entstanden sind. Dabei ist der Tresen das zentrale Möbelelement. In seiner mäanderförmigen Erscheinung wirkt er einladend und schafft gleichzeitig Rückzugsorte. Mäanderförmig beschreibt dabei eine Bauform, um aus wenig Fläche große Längen zu bilden wie bei „Windungen eines Flusses.“ Das Barbrett verlängert sich jeweils nach rechts und links und entwickelt sich zu Stehtischen, die bis zu den Außenwänden ragen. Die bodenständigen Materialien der massiven Eiche, des schwarzen Stahls und der erdige Ton des natürlichen Innenputzes schaffen eine harmonische Atmosphäre. Diese wird gebrochen durch den industriellen Look der Barrückwand, des Bodens und der Neonkunst, gefertigt von Erwin Hoel. Der Lehmputz-Wandanstrich ist feuchtigkeitsregulierend und diffusionsoffen und sorgt somit für ein angenehmes Raumklima. Das Mobiliar ist bewusst zurückhaltend in der Farbe ausgewählt. Der Gast an sich wird zum Mittelpunkt.

Tragwerk

Das bestehende Fachwerkgebäude wurde 1706 als Schulhaus und Lehrerwohnung errichtete. Aufgabe des Tragwerksplaners war es, zunächst das bereits mehrfach umgebaute Bauwerk mit Augenmaß und Sensibilität wahrzunehmen. Gleichzeit galt es, die aktuell geplanten Veränderungen mit der historischen Bausubstanz in Einklang zu bringen. Das zentrale Element der statisch-konstruktiven Planung bildete eine baubegleitende Zustandsanalyse. Dabei wurden statisch relevante Bauteile schrittweise freigelegt, jedoch nur in Bereichen, die der aktuelle Umbau tangierte. Neben der Tragfähigkeit von Querschnitten und Anschlüssen erfolgte dabei auch eine Untersuchung und Bewertung des konstruktiven Gesamtzusammenhangs. In einem weiteren Schritt fand die Erneuerung einzelner Bauteile statt. Bestehende Defizite konnten durch additiv eingefügte Tragglieder aufgelöst werden. Durch die sorgsam gewählten konstruktiven Maßnahmen wurde der Lastabtrag zudem optimiert und auf die gegebenen Randbedingungen sowie die Erfordernisse des Umbaus im Erdgeschoss abgestimmt, ohne jedoch die Funktionsweise der bestehenden Tragstruktur wesentlich zu verändern.